Aktuell
Kloster
Pfarrei
Schulen, Betriebe
Zu Gast
Kultur
Kalender
Kontakt
Links

 

 

Foto (c) Michael Freisager

"Stehen wir also endlich einmal auf!
Die Schrift rüttelt uns wach und ruft: 'Die Stunde ist da, vom Schlaf aufzustehen.'
Öffnen wir unsere Augen dem göttlichen Licht, und hören wir mit aufgeschrecktem Ohr, wozu uns die Stimme Gottes täglich mahnt und aufruft: 'Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht!' Und wiederum: 'Wer Ohren hat zu hören, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!'"
RB, Prolog 8-11

 

Codex 60, Christus wird aus dem Tod auferweckt.

Hier und heute

Kann man es heute noch wagen, auf den Weg klösterlichen Lebens zu gehen oder überhaupt einen geistlichen Beruf zu ergreifen? Manche schütteln ungläubig den Kopf, andere verschliessen lieber die Augen oder sehen nur schwarz im Blick auf die Zukunft. Viel ist von den kleiner werdenden Gemeinschaften die Rede ("Wie viele seid ihr noch?"), vom ausbleibenden Nachwuchs, von den leeren Kirchen...
Eine solche Haltung gleicht der der Maria von Magdala am frühen Ostermorgen. Sie blickt ins leere Grab und weint Tränen des Verlustes und der Trostlosigkeit. Erst als sie sich vom starren Blick in die Vergangenheit löst und sich umdreht, um hinauszublicken, sieht sie, dass sie von Licht umgeben ist. Da begegnet ihr Christus, der Herr.

Hier und Heute sind die räumlichen und zeitlichen Koordinaten benediktinischen Lebens. Die Vergangenheit zu kennen, hilft, sie loszulassen. Die Zukunft nicht zu kennen, hilft, ihr hoffnungsvoll entgegenzugehen. Hier und Heute leben wir: in unserer Gemeinschaft und an einem festen Ort verwurzelt und jeden Tag zu einem Neubeginn gerufen.

Was in diesen Tagen alles an Neuem entsteht, können wir jetzt noch gar nicht erahnen. Die Kirche hat den Ordensgemeinschaften beim Zweiten Vatikanischen Konzil den grossen Auftrag gegeben, sich aus den Wurzeln ihrer Gründerväter und -mütter zu erneuern und mit Blick auf die heutige Zeit in die Zukunft zu gehen. Grosse Schritte wurden seither getan und viele bleiben noch zu gehen, dass wir wirklich Salz der Erde und Licht der Welt werden.