Aktuell
Kloster
Pfarrei
Schulen, Betriebe
Zu Gast
Kultur
Kalender
Kontakt
Links

 

 

Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht?"
Wenn du das hörst und antwortest: "Ich", dann sagt Gott zu dir:
"Willst du wahres und unvergängliches Leben, bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede! Meide das Böse und tu das Gute; suche Frieden und jage ihm nach!..."
RB, Prolog 15-17

Xaver

Br. Xaver: hl. Benedikt zu Füssen der Gottesmutter mit Jesus.

Kommt einer neu und will das klösterliche Leben beginnen, werde ihm der Eintritt nicht leicht gewährt, sondern man richte sich nach dem Wort des Apostels: "Prüft die Geister, ob sie aus Gott sind." RB 58, 2

Eugen

P. Eugen: Mönche

Ein erfahrener Bruder werde für sie bestimmt, der geeignet ist, Menschen zu gewinnen, und der sich mit aller Sorgfalt ihrer annimmt. RB 58, 6

P. Karl: Unterwegs am Ostermorgen

"Nimm mich auf, o Herr, nach deinem Wort, so werde ich leben, und enttäusche mich nicht in meiner Hoffnung" Bittruf bei der Professfeier

Wer den Ruf Christi zur Nachfolge im Kloster vernommen hat und nach reiflicher Prüfung bereit ist, Gott in dieser Lebensform zu dienen und die Gelübde abzulegen, trifft in der Profess eine Grundentscheidung für sein Leben, die es Tag für Tag neu zu verwirklichen gilt. Spirituelle Richtlinien Nr. 6

Mönch werden

In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet (Eph 3,17)

Der Berufung zum monastischen Leben geht die Berufung zum Menschsein und zum Christsein voraus. Auch Benediktiner fallen nicht vom Himmel. Sie werden gerufen oft aus einem Leben heraus, das vordergründig keinen frommen Anstrich hat.
Der Benediktiner ist kein besonderer Mensch. Er braucht auch keine aussergewöhnlichen Leistungen vorzuweisen. Wenn er seine besonderen Begabungen schon kennt, kann das hilfreich sein. Er soll aber auf jeden Fall die Bereitschaft mitbringen, weitere Begabungen erst noch zu entdecken. Was ihn allenfalls von anderen Menschen unterscheidet, ist seine Bereitschaft zu hören, der Sehnsucht nach den Verheissungen des Evangeliums Jesu Raum zu geben und darauf auf mutige Weise zu reagieren.

"Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters,
neige das Ohr deines Herzens,
nimm den Zuspruch des gütigen Vaters willig an
und erfülle ihn durch die Tat!...
An dich also richte ich jetzt mein Wort,
wer immer du bist..." (RB Prolog 1.3)

Mit dem Eintritt in ein Kloster beginnt der Mensch kein völlig neues Leben. Wohl gibt einer seinem Leben mit diesem Schritt eine neue Richtung. Aber er schreitet doch fort auf dem Weg, der mit der Taufe und ihrer Bekräftigung in der Firmung seine entscheidende Wende genommen hat. Das Leben als Mönch ist eine weitere Entfaltung der Taufe. Durch sie ist uns die Freiheit geschenkt, zu der Christus uns befreit hat (Gal 5,1)

In den Gelübden der stabilitas (Beständigkeit), der conversatio morum (klösterlicher Lebenswandel) und der oboedientia (Gehorsam) erhält der Mönch die Werkzeuge, die ihm helfen, nicht in seinen eigenen Eitelkeiten stecken zu bleiben, sondern auf das Evangelium ausgerichtet zu leben.

Mönch werden

Wirklich Mönch ist der, dem Gott allein genügt. Der Weg des Mönchwerdens ist nach der Regel Benedikts ein Weg des Freiwerdens. Er spricht vom Weg, der zu Beginn (und oft noch lange) nicht anders als schmal und beschwerlich sein kann. Doch der Mensch, der beharrlich auf diesem Weg voranschreitet, dem weitet sich das Herz, so Benedikt weiter.
Die Aufnahme in eine benediktinische Klostergemeinschaft geschieht in Etappen. Wer sich für einen solchen Weg interessiert, wird einmal Kontakt aufnehmen mit dem Kloster. Er wird als Gast das Klosterleben näher kennen lernen. Er wird sich selber und mit einer Begleitperson mit den Fragen auseinandersetzen, die unweigerlich auftauchen werden. In der folgenden Zeit der

Kandidatur

wohnt der Kandidat bereits im Kloster, betet, arbeitet und lebt mit der Gemeinschaft. Er lernt den Rhythmus des Tages kennen, die Tagzeitenliturgie, die Arbeitsbereiche des Klosters und die Gemeinschaft. Wenn der Kandidat darum ersucht und die Gemeinschaft zustimmt, wird er mit der

Einkleidung

ins Noviziat aufgenommen. Er unterscheidet sich äusserlich im Gewand jetzt nicht mehr von den Brüdern.

Das Noviziat

dauert genau ein Jahr und ist eine Zeit der intensiven Auseinandersetzung mit der persönlichen Berufung und der Berufung der klösterlichen Gemeinschaft, in der einer jetzt lebt. In dieser Zeit erhält der Novize Unterricht in Fragen des Glaubens, der Geschichte der Kirche und des Ordenslebens. Er wird vertraut gemacht mit der Klosterregel des heiligen Benedikt und mit den Gebräuchen des Klosters.

Die zeitliche Profess

kann einer nach dem Noviziatsjahr ablegen, wenn die Mehrheit der Gemeinschaft seinem Wunsch entspricht und der Zulassung zur Profess für zunächst drei Jahre zustimmt. Mit der zeitlichen Profess nimmt einer für eine begrenzte Zeit die Verpflichtung auf sich, nach den monastischen Gelübden Beständigkeit, klösterlicher Lebenswandel und Gehorsam zu leben. Diese älteren monastischen Gelübde schliessen die nicht ausdrücklich formulierten evangelischen Räte Ehelosigkeit und Armut mit ein. Während der Dauer der drei Jahre wird der zeitliche Professe je nach Bedürfnis der Gemeinschaft und Meinung des Abtes eine weitere Ausbildung machen oder in einem der Arbeitsbereiche des Klosters eingesetzt.

Die ewige Profess

bildet den Abschluss der Initiation ins benediktinische Leben. Sie bildet damit aber auch einen Höhepunkt im Anfangen, das jeden Tag neu gelebt sein will. Das Ablegen der ewigen Profess ist ein endgültiger Schritt, den es ein Leben lang täglich neu zu verwirklichen gilt.

Mit diesem Schritt sagt der Professe ganz ja zum Ruf Gottes an ihn. In der Gemeinschaft, in die er aufgenommen wird, lebt er künftig ganz und gar, ohne eigenen Besitz und ohne Lohn für seine Arbeit. Es wird ihm aber das Nötige nie fehlen, weder an Herausforderung noch an Lebensunterhalt, weil die Gemeinschaft jedem zuteilen wird, was er braucht.